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Umgang mit Emotionen und Gefühlen bei PWS

  • Autorenbild: Sarah Lee
    Sarah Lee
  • 27. Okt. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Jan.

Wenn Gefühle stark ausbrechen

Menschen mit Prader-Willi-Syndrom (PWS) erleben Emotionen oft besonders intensiv. Freude, Frust, Wut oder Enttäuschung können schnell sehr stark spürbar werden und manchmal unerwartet ausbrechen.

Für das Umfeld, Familien, Fachkräfte in Schulen oder Wohneinrichtungen, ist dies nicht immer leicht nachzuvollziehen. Doch hinter jeder emotionalen Reaktion steckt ein Grund: Gefühle sind ein Ausdruck von Bedürfnissen, Unsicherheit oder Überforderung.


Warum Emotionen häufig übermächtig wirken

Das Prader-Willi-Syndrom beeinflusst nicht nur körperliche und kognitive Bereiche, sondern auch die emotionale Regulation. Herausfordernde Situationen, Veränderungen im Tagesablauf oder das Fehlen von Struktur können schnell zu innerem Stress führen.

Emotionale Ausbrüche sind daher oft kein „Problemverhalten“, sondern ein Kommunikationsversuch. Die betroffene Person signalisiert, dass ihr etwas fehlt oder zu viel ist. Wenn diese Signale verstanden werden, können Überforderung und Eskalation frühzeitig vermieden werden.


Frühe Anzeichen erkennen

Emotionale Reaktionen kündigen sich häufig an: kleine Veränderungen in Mimik, Körpersprache oder Stimme geben Hinweise auf steigende Anspannung. Wer diese Signale rechtzeitig wahrnimmt, kann intervenieren, bevor die Situation eskaliert.

Feste Routinen, klare Abläufe und sichtbare Tagespläne unterstützen zusätzlich, Gefühle einzuschätzen und zu regulieren. Für Fachkräfte in Schulen und Einrichtungen sowie Familien ist es hilfreich, solche Muster zu dokumentieren, um Situationen besser vorhersehen und steuern zu können.


Wie man im Moment reagieren kann

Wenn die Emotionen hochkochen, ist ein ruhiges, strukturiertes Vorgehen entscheidend:

  • Gelassenheit ausstrahlen, klare Ansagen geben

  • Bekannte Rituale nutzen oder einen Rückzugsort anbieten

  • Reize reduzieren, sodass die betroffene Person sich stabilisieren kann

Nach dem Ausbruch ist Zeit zur Erholung wichtig, sowohl für die betroffene Person als auch für das Umfeld. Erst in Ruhe lässt sich reflektieren, welche Faktoren zur Überforderung geführt haben und wie ähnliche Situationen künftig vermieden werden können.


Unterstützung im Alltag nutzen

Es ist völlig normal, dass Familien und Teams gelegentlich an ihre Grenzen stoßen. Externe Beratung, Coaching oder Fortbildungen können helfen, emotionale Ausbrüche besser zu verstehen und individuelle Strategien zu entwickeln.

Schon kleine Impulse von außen, etwa angepasste Kommunikation, strukturierte Abläufe oder neue Routinen können die emotionale Balance deutlich verbessern und den Alltag für alle Beteiligten entspannen.


Fazit

Emotionen und Gefühle sind bei PWS oft sehr intensiv, doch sie lassen sich verstehen und begleiten.Mit Aufmerksamkeit, Struktur und gezielter Unterstützung können Familien, Schulen und Betreuungsteams den Alltag ruhiger und sicherer gestalten und die betroffenen Personen in ihrer emotionalen Entwicklung fördern.


Wenn Sie das Gefühl haben, dass Emotionen häufig eskalieren oder Sie nach Strategien suchen, den Alltag entspannter zu gestalten, begleite ich Sie gern dabei, individuelle Lösungen zu finden.

 
 
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